Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

Fortbildung

Gespräche mit Eltern

Elterngespräche fordern personzentrierte Fachkräfte oft besonders heraus, wenn sie die Kernkompetenz personzentrierter Arbeit nicht abfragen: sie suchen nicht unbedingt Selbstexploration und erleben nicht unbedingt Inkongruenz. Vielmehr externalisieren sie Probleme eher auf Kinder, Fachkräfte, oder die Organisation. Die Aufgaben der Fachkräfte sind dann konfundiert: sie möchten die Kinder schützen, fördern, begrenzen oder herausfordern und werden, wenn sie deren Beziehungsnetzwerk verändern wollen, manchmal zu direktiven ‚Anwälten‘ des Kindes. Sie kämpfen dann darum, auch gegenüber den Eltern personzentrierte Haltungen nicht zu verlieren. Viele Eltern reagieren heute auch offen und dankbar, wenn sie im personzentrierten Sinne einbezogen werden beim Verändern von Routinen in der Familie. Doch das Grundproblem bleibt: wie vermeide ich es, die Beziehung zu beschädigen wenn Eltern sich kritisiert oder bevormundet fühlen könnten.

Wir werden im Workshop praktisch Interventionen erproben, die diesem Dilemma begegnen und zugleich personzentrierte Standards unserer Arbeit aufrechterhalten. Solche Interventionen sind dialogischer Natur und sie stellen manchmal den Bezugsrahmen der Klient*innen/Eltern neben den der Fachkraft. Die Prinzipien lassen sich auch in anderen Feldern sozialer Arbeit umsetzen, bei Klienten mit eingeschränkter Motivation zur Selbstexploration und wo die Fachkraft es für notwendig hält, ihren eigenen Bezugsrahmen einzubringen.

 

Literatur zum Thema:

Behr, M. (2012). Interaktionelle Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Göttingen: Hogrefe.

Aich, G. & Behr, M. (2015). Gesprächsführung mit Eltern. Weinheim: Beltz.

Behr, M., Hüsson, D., Luderer H.J. & Vahrenkamp, S. (2017). Gespräche hilfreich führen – Band 1: Praxis der Beratung und Gesprächspsychotherapie - personzentriert - erlebnisaktivierend - dialogisch. Weinheim: Beltz-Juventa.

 

Referent

Michael Behr ist seit 1984 praktisch tätig als Gesprächspsychotherapeut und als personzentrierter Psychotherapeut für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Essen und Stuttgart. Er ist Ausbilder der GwG für Gesprächspsychotherapie und personzentrierte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen. In Stuttgart mitbegründete er das Ausbildungsinstitut IGB, an dem er auch Kurse leitet. Als Professor für Pädagogische Psychologie an der Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd forscht er zur Anwendung des personzentrierten Konzeptes mit Kindern und Jugendlichen in der Schule, Heilpädagogik und Psychotherapie. Er ist Mit-Herausgeber der PERSON und war dies für PERSON-CENTERED AND EXPERIENTIAL PSYCHOTHERAPIES und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der GwG. Er vertritt ein dialogisches Verständnis personzentrierter Arbeit und hält Gastpositionen an Universitäten und personzentrierten Verbänden in Antwerpen, Gent, Wien, Glasgow, Edinburgh, Liverpool, Freiburg und Stuttgart.

 

Im Anschluss findet die Regionalversammlung der Region Mitteldeutschland statt.

Ausgebucht!
Termin: Samstag, 27. Oktober 2018 - 10:00 bis Samstag, 27. Oktober 2018 - 13:30
Teilnahmegebühr: 65,00 €
Teilnahmegebühr für GwG-Mitglieder: 45,00 €
Ermäßigter Preis (für GwG-Weiterbildungsteilnehmende) : 45,00 €
Ort: 04155 Leipzig, SBB Impulse
Referenten/-innen: Prof. Dr. Michael Behr
Umfang: 4 Unterrichtseinheiten zu je 45 Min

Eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.

Leider sind für diese Fortbildung keine freien Plätze mehr verfügbar.