Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

Presse

Köln, 24. Juni 2016

Opferrechte stärken

PRESSEMITTEILUNG
 

Neue GwG-Weiterbildung „Psychosoziale Prozessbegleitung“ geht im November 2016 an den Start

Die GwG bietet ab November 2016 die neue Weiterbildung „Psychosoziale Prozessbegleitung“ an. Hiermit reagiert der Verband auf das im Dezember 2015 verabschiedete Gesetz zur Stärkung der Opferrechte im Strafverfahren (3. Opferrechtsreformgesetz). Demnach haben Verletzte von schweren Gewaltstraftaten erstmals einen Rechtsanspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung. Diese intensive Form der Begleitung umfasst die qualifizierte Betreuung, Informationsvermittlung und Unterstützung von Opfern. 

„Viele Opfer berichten von großen Belastungen, denen sie nicht nur als Folge der Straftat, sondern auch aufgrund des Strafprozesses ausgesetzt sind. Diese Belastungen fanden bisher nur außerhalb des Justizsystems Erwähnung“, sagt Julia Reinhardt, eine der Leiterinnen der GwG-Weiterbildung. Der neu konzipierte Bildungsgang berücksichtigt die von der Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister erarbeiteten „Mindeststandards psychosoziale Prozessbegleitung“ und entspricht den Vorgaben des 3. Opferrechtsreformgesetzes. Er umfasst zudem Teile einer Qualifikation in Personzentrierter Beratung. „Mit seinen Grundhaltungen der Akzeptanz, Empathie und Kongruenz erfüllt der Personzentrierte Ansatz des Psychologen Carl Rogers exakt die Anforderungen an die psychosoziale Prozessbegleitung, nämlich Opferschutz in Form von emotionaler und psychologischer Unterstützung der Verletzten“, so Reinhardt weiter. 

Die GwG-Weiterbildung „Psychosoziale Prozessbegleitung“ richtet sich an Fachkräfte mit einem qualifizierten Abschluss (FH/Uni) im Bereich Sozialpädagogik, Soziale Arbeit, Pädagogik oder Psychologie oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung in diesen Bereichen. Der Bildungsgang dauert etwa neun Monate und umfasst 160 Stunden in Präsenzblöcken. Diese werden ergänzt durch regionale Intervisionsgruppen, Praxistätigkeit und Eigenarbeit. Hinzu kommt der Besuch einer gerichtlichen Hauptverhandlung. Bei den Dozenten handelt es sich um erfahrene Experten unter anderem aus den Bereichen Jura, Psychologie und Soziale Arbeit. Der erste Block startet im November 2016. 

>> mehr Infos zur Weiterbildung


Die Leitung der GwG-Weiterbildung „Psychosoziale Prozessbegleitung“ steht auch für Interviewanfragen zur Verfügung:

Julia Reinhardt, Leiterin der Täterarbeitseinrichtung Bad Kreuznach und Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt
Tel.: 0151 – 127 512 37
Mail: julia.reinhardt@bag-taeterarbeit.de 

Prof. Dr. Michael Märtens, Leiter des Masterstudiengangs Psychosoziale Beratung und Recht an der Frankfurt University of Applied Sciences
Tel.: 069 / 153 332 14
Mail: maertens@fb4.fra-uas.de