Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

Personzentrierte Schule

Schülerinnen und Schüler verbringen ca. 13.000 Stunden in der Schule, Lehrerinnen und Lehrer meist das Mehrfache davon. Das heißt, Schule besuchen und Schule machen ist Lebenszeit. So ist es für Lehrer und Schüler wichtig in einem offenen, wertschätzenden und respektvollen sozial-emotionalen Klima zu lernen und zu arbeiten, das keine Lernhindernisse aufbaut und negative emotionale Berufsbelastungen bei Lehrkräften vermeidet. Lehrerinnen und Lehrer befinden sich in einem Arbeitsumfeld in dem es in hohem Maße um Beziehungen geht.

Die Gesellschaft verändert sich ständig. Schule muss sich daher weiter entwickeln und auf die sich wandelnden Anforderungen reagieren. Davon ist jeder Mensch konkret betroffen: Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen, Eltern u.a.

Entscheidend für das emotionale Klima, für die Tragfähigkeit der Beziehungen, die Kooperationsbereitschaft und die Entwicklung einer Schule ist die Qualität der Kommunikation unter den betroffenen Personen. Diese sollte so gestaltet sein, dass die Beteiligten ihre Bedürfnisse artikulieren, dass sie Akzeptanz und Respekt erfahren und an der Gestaltung ihrer unmittelbaren Umwelt mitwirken können. Genau diese Qualität der Kommunikation ist Gegenstand des Personzentrierten Ansatzes (PZA). Die damit verbundenen Grundhaltungen und deren Handlungsform können erlernt und weiter entwickelt werden. Personzentriertes Arbeiten in der Schule heißt, dass die in der Schule Tätigen achtsam, einfühlsam und authentisch miteinander umgehen. Diese Grundlagen sind nicht selbstverständlich und müssen bewusst erworben werden. Eine Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen lässt ganz deutlich einen Schluss zu: Begegnen Lehrer ihren Schülern einfühlsam und achtsam, verbessert sich das seelische Befinden der Schüler, ebenso auch deren Gesundheit und ihr Selbstvertrauen; Störverhalten und Aggressivität nehmen ab, die fachlichen Leistungen verbessern sich. Kurz gesagt führen personzentrierte Grundhaltungen dazu, dass Schüler sich in der Schule wohlfühlen. Gleichzeitig verbessern sich auch das Schulklima, die Arbeitssituation der Lehrerinnen und Lehrer und die Zusammenarbeit im Kollegium sowie die Kooperation mit den Eltern. Die Anwendung personzentrierter Prinzipien ist daher auch ein Beitrag zur Psychohygiene und Gesundheitsförderung an der Schule.

Für die Lehrkräfte ist die Anwendung personzentrierter kommunikativer Kompetenzen ein nachweisbarer Berufsvorteil. Dasselbe gilt für Schulleitungen, die personzentriert führen. Hierzu hat die GwG in ihrer Arbeitsgruppe Schule Konzepte, Curricula und konkrete Materialien bereitgestellt. Personzentrierte Kompetenzen sind in allen Arbeitssituationen in der Schule nützlich und hilfreich: im Unterricht, in Besprechungen, Konferenzen, in Gremien und besonders auch bei Konfliktregelungen. Dabei ist personzentriertes Miteinander keine Technik, sondern Grundlage und Rahmenbedingung für konstuktive menschliche Begegnungen.

Von der AG Schule in der GwG, die seit über 20 Jahren besteht, wurde ein Curriculum „Personzentrierte Beratung und Kommunikation in der Schule“ entwickelt. In drei Modulen à 16 Stunden werden die Grundlagen des PZA im Tätigkeitsfeld Schule vermittelt. Das Curriculum ist so konzipiert, dass sich die Kursleitenden auf das jeweilige Arbeitsfeld bzw. die Schulformen der Teilnehmenden einlassen können und so die speziellen Belange der jeweiligen Schule bzw. der Teilnehmenden Berücksichtigung finden.

Für weitere Infos zur Personzentrierten Schule wenden Sie sich bitte an die GwG-Geschäftsstelle: 
Edith Brandt
Tel.: 0221 92590850
Mail: brandt@gwg-ev.org