Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

GwG-Blog

Vertreter der humanistischen Haltung und des personzentrierten Ansatzes werfen einen Blick auf die Welt. Lassen Sie sich inspirieren und unterhalten!

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Bild des Benutzers Prof. Dr. Jürgen Kriz
28.03.2017

Was sich bereits im vergangenen Jahr abzeichnete, gewinnt nun, zu Beginn 2017, immer mehr Konturen: Populismus und Egoismus sind auf dem Vormarsch. Nach der Entscheidung für den „Brexit“ und der Wahl von Donald Trump stehen nun in Holland, Frankreich, Italien und Deutschland Wahlen an, deren Ergebnisse uns alle in Europa vor Herausforderungen stellen werden.


Bild des Benutzers Christa Kosmala (M.A.)
22.11.2016

Was darf noch alles an Unsinn in die Welt posaunt oder totgeschwiegen werden – auch zum Thema „wirksame Psychotherapieverfahren“? 

 

Was bringt Psychotherapie? Diese hochinteressant Frage stellte die ZEIT prominent platziert als Aufmacher auf ihrer Titelseite am 3.11.2016 vor. Unter der Schlagzeile folgten vielversprechende Sätze wie diese: „Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist. Welche Verfahren wirklich wirken. Und warum eine längere Behandlung nicht unbedingt besser ist.“ Die Informationen dazu fanden sich dann jedoch – eine erste Irritation - nicht in der ZEIT selbst vom 3.11. sondern im dazugehörigen „ Magazin“ mit dem Titel „ZEIT Doctor."


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04.10.2016

Vergangenes Jahr erschien ein bemerkenswertes Buch mit dem Titel „The Value of Psychotherapy. The Talking Cure in an Age of Clinical Science“ (Guilford Press, New York, 2015). Der Autor ist Robert L. Woolfolk, der sich als Professor in Princeton, Verhaltenstherapeut und Verhaltenstherapieforscher mit etlichen behavioral ausgerichteten Fachpublikationen einen Namen gemacht hat.


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05.07.2016

Die bereits 2014 angekündigten Reformeckpunkte des Bundesministeriums für Gesundheit zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) sollen nun tatsächlich bis zum Sommer 2016 vorgelegt werden. Bekanntlich findet sich vieles zum PsychThG in der Diskussion. Denn neben der unerträglichen Lage tausender „Psychotherapeuten in Ausbildung“ (PiA) ist unter anderem die Struktur von Ausbildung und Approbation verbesserungswürdig.


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22.03.2016

Die deutsche „Willkommenskultur“ wird zusehends auf eine harte Probe gestellt. Die Euphorie, mit der sich die Deutschen im Sommer 2015, flankiert von ihren Medien, über sich selbst und ihre enthusiastische Begrüßung der Flüchtlinge in Begeisterungstrance versetzten, ist verflogen. Dazu hat zum einen die nüchterne Alltagsrealität beigetragen – weiß man doch, dass euphorische Zustände grundsätzlich nicht lange anhalten. Zum Zweiten haben wohl die meisten Menschen hierzulande die Zahl der kommenden Flüchtlinge deutlich unterschätzt.


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28.01.2016

Die Frage, wie Europa – und in diesem Kontext besonders auch: Deutschland – mit der Herausforderung durch über 1 Million Flüchtlinge allein in 2015 umgehen soll, erhitzt zunehmend die Gemüter. Kontroversen verschärfen sich; einfache Lösungen gibt es nur an den Stammtischen.

Kein Wunder, dass manche Medien, wie Focus-Online, darauf anspringen, wenn jemand kräftig Öl ins Feuer schüttet. So wird am 25.01.16 mit Video und Text von Focus-Online den Psycho-Tiraden von Hans-Joachim Maaz eine mediale Plattform geboten: Unter der Überschrift „Renommierter Psychiater warnt: Merkels ‘narzisstisches Problem‘ ist gefährlich für Deutschland“ wird aus einem Interview von Maaz mit der  „Huffington Post“ psychiatrisches Pseudo-Analytisches zitiert.


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08.12.2015

Dieser Beitrag entsteht Mitte November 2015 – in Tagen, in denen die Medien übervoll sind mit Sonderseiten und Sondersendungen zu den blutigen Terroranschlägen in Paris. Auch ich kann mich dem Entsetzen, das diese Geschehnisse auslösen sollten und ausgelöst haben, nicht entziehen. Das will ich auch gar nicht – ebenso wie ich mein Mitgefühl mit den Opfern nicht unterdrücken will und meine Erleichterung darüber, dass das Vorhaben misslungen ist, Sprengsätze im Fußballstadion zu zünden um eine Massenpanik unter den zehntausenden Zuschauern auszulösen. Ich stehe dazu, dass auch für mich der aktuelle Fokus auf die Gräueltaten in Paris anderes in den Hintergrund drängt. Manche scheinbar so wichtigen Probleme und Sorgen werden da etwas unscheinbarer.


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15.09.2015

Als Psychotherapeut und Wissenschaftler sollte man sich über neuere Ergebnisse und aktuelle Diskurse der Neurowissenschaften informieren. Immerhin ist unser zentrales Nervensystem – und hier besonders das Großhirn – eine bedeutsame Basis für psychische Prozesse. Freilich nicht immer die wichtigste und schon gar nicht die einzige: Zunehmend erkennen wir, dass wichtige genetisch und biographisch erworbene Strukturierungsprinzipien, die unser alltägliches Handeln und die psychischen Prozesse bestimmen, auch jenseits des Gehirns im Körper repräsentiert sind – zum Beispiel im Hormonsystem oder auch in den muskulären Strukturen. Darüber hinaus findet das scheinbar „individuelle“ Geschehen im Hier und Jetzt ohnedies als adaptive Passung zu interpersonellen und größeren sozialen Mustern sowie zu kulturellen Prozessdynamiken statt. Das alles setzt aber unser Anfangsstatement nicht außer Kraft, sondern relativiert nur die übergroße Bedeutung, welche den neurowissenschaftlichen Aspekten oft zugemessen wird.


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25.06.2015

Wenn ich die letzten Wochen innerlich Revue passieren lasse, so kommt mir im Hinblick darauf, was ich besonders bemerkenswert fand, immer wieder die 150. Kerze in den Sinn. Diese befand sich, irgendwo, ununterscheidbar, zwischen 149 weiteren Kerzen im Kölner Dom beim ökumenischen Gedenkgottesdienst, welcher anlässlich des Flugzeugabsturzes der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen stattfand. Jede Kerze stand dort für einen Menschen, der sein Leben bei dieser furchtbaren Katastrophe verloren hatte.


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19.05.2015

Der „Kern psychotherapeutischen Handelns ist – darauf weisen alle Psychotherapiestudien hin – eine reflektierte Beziehungsgestaltung“, schreibt Fröhlich-Gildehoff in der aktuellen GwG-Zeitschrift im ersten Artikel. Die Zeitschrift widmet sich schwerpuntkmäßig dem Thema „Methodenvielfalt – der PZA und andere Verfahren“ und auch die nächste Zeitschrift soll davon handeln. Spannende Themen, spannende Artikel, spannende Methoden. Was also sollte das leise Unbehagen bedeuten, dass ich verspürte, gerade bezogen auf den oben zitierten Satz?