Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

ECC

ECC_Erlebensbezogenes Concept Coaching – ein personzentrierter und erlebensbezogener Ansatz zur Entwicklung neuer Ideen in der Arbeitswelt

ECC-Erlebensbezogenes Concept Coaching ist ein integrativer Ansatz zur Entwicklung neuer, originärer Ideen und Konzepte. Im Mittelpunkt steht dabei die Bezugnahme auf die impliziten, sprachlich zunächst schwer fassbaren kreativen Impulse der Ideen-Entwickler_innen.

Den methodischen Kern des ECC-Ansatzes bilden die Denkschritte der von E.T. Gendlin entwickelten Methode zur Theoriekonstruktion, Thinking at the Edge (TAE) mit ihren sprachphilosophischen Grundlagen. Im ECC werden diese eng verknüpft mit Vorgehensweisen und Konzepten der Focusing-orientierten Psychotherapie sowie mit den von C. Rogers formulierten personzentrierten Grundhaltungen zur Gestaltung der therapeutischen Beziehung.

 

Denkschritte zur Entwicklung neuer Ideen

Anwender_innen des ECC lernen, ihre Aufmerksamkeit konsequent auf diese Impulse zu richten und ihren eigenen kreativen Prozess vor Entwertung und äußerem Erwartungsdruck zu schützen.  Dabei werden in 14 verschiedenen Denkschritten logisch-abstraktes und erlebensbezogen-intuitives Denken miteinander verbunden und zu einem lebendigen Denkprozess gestaltet.  So lernen Anwender_innen, ihre eigenen Gedanken durch feine Differenzierungen von Wortbedeutungen zur Sprache zu bringen und von herrschenden Denkkategorien abzugrenzen. Darüberhinaus helfen unterschiedliche Symbolisierungsformen etwa Körperempfindungen, Skizzen und Imaginationen, die durch etablierte sprachliche Konzepte bestehenden kognitiven Beschränkungen zu überwinden. ECC-Anwender_innen lernen, diese verschiedenen Denkschritte flexibel und zielorientiert einzusetzen. Speziell ausgearbeitete Leitfäden helfen ihnen dabei, das eigene Denken neu zu gestalten und erlerntes Denken durch neue, kreative Schritte zu ergänzen. Haltungen des Erlebensbezogenen Denkens und Selbstreflexionen durch Logbucheinträge unterstützten dabei, in innerer Achtsamkeit auch sprachlich noch nicht ausdifferenzierte neue Impulse wahrzunehmen und fassbar zu machen.

Begleitung von Ideen-Entwicklungen

In der Begleitung des ECC-Prozesses durch Berater_innen oder Coaches wird Wert gelegt auf personzentriertes Zuhören und Aufgreifen wichtiger Schlüsselwörter, um flüchtige kreative Impulse sicherzustellen. Um diese Impulse auch vor Zweifeln und Bedenken der Anwender_innen selbst zu schützen, wird eine Mitschrift erstellt: so erscheint das Neue oft gerade dann vertrauenswürdig, wenn eine andere Person es ernst nimmt.

Entwicklung von Gruppenkonzepten

Auch im ECC-Gruppenprozess liegt der Focus auf der konsequenten Ausarbeitung der kreativen, impliziten Impulse jedes einzelnen Gruppenmitglieds. Durch wechselseitiges Zuhören und stetiges Weiterdifferenzieren der jeweils individuellen Denkrichtungen entstehen dabei auf organische und gewaltfreie Weise neue, gemeinsame Gruppenkonzepte. Der Ansatz kann damit als grundlegend partizipativ und integrativ gelten. Spezifische Schritte zum Umgang mit logischen Widersprüchen durch Ausdifferenzierung des Wortschatzes helfen dabei, vermeintlich unpassende Positionen genauer zu verstehen und zu integrieren.

ECC kann damit verstanden werden als ein Ansatz, der sowohl logisches als auch erlebensbezogen-intuitives Denken miteinander verbindet.

Anwendungsbeispiele und ECC-Workshopreihe

ECC- Formate können in der Selbstanwendung genutzt werden, wenn es um die Entwicklung neuer Ideen und Konzepte geht. Auch für die Begleitung von Personen mit ECC gibt es eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, so z.B. in der Personalentwicklung, im Mentoring, in der kollegialen Beratung und Supervision. Darüber hinaus können ECC-Formate für Moderationen sowie als methodische Grundlage von Trainings und In-House-Schulungen genutzt werden. Die Grundlagen des ECC werden seit 2011 in einer Abfolge von fünf Workshops vermittelt, verbunden mit spezifischen Übungen und Supervisionen. Bei unseren Fortbildungen finden Sie entsprechende Angebote.

Der ECC-Ansatz wurde von Heinke Deloch und Heinz-Joachim Feuerstein entwickelt. Mittlerweile wurden Kursleiter_innen ausgebildet, die ECC-Workshops an verschiedenen Orten Deutschlands durchführen.