Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

Spieltherapie mit Erwachsenen?

Analyse der Nutzungsmöglichkeit von Spieltätigkeiten zur Verbesserung der Kompetenzen zur Selbstverwirklichung
 

Zusammenfassung

In einer empirischen Studie an 21 Klienten mit leichten seelischen Problemen wird die Nutzungsmöglichkeit von Spieltätigkeiten im Rahmen einer Gesprächstherapie untersucht. Es wurde in durchschnittlich 12 Behandlungskontakten gefunden, dass sich die Erwachsenen-klienten zu 72 % der Therapiezeit zu Spieltätigkeiten animieren lassen und dass primär Spiele zur Optimierung des Autonomie- und Bindungsverhaltens, Wohlbefindens, Problemlösens, der Bedürfnisbefriedigung und Integration unverarbeiteter kindlicher Erfahrungen in das Erwachsenenselbst gewählt werden. Da die Spiele vorrangig mit „Kinder-Spielzeug“ stattfinden, treten in 67 % der Spiele Regressionen in Kindheits- und Jugendzeitphasen auf, so dass problematische Erfahrungen aus dieser Zeit nachträglich bearbeitet werden können. Die Ergebnisse deuten an, dass in Erwachsenentherapien nach dem prozess-experienziellen Ansatz Spieltätigkeiten zur Korrektur oder Entwicklung emotionaler Schemata über wichtige Grundbedürfnisse erfolgreich genutzt werden können.