Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

"Es ist was es ist sagt die Liebe ..." - Achtsamkeit und Akzeptanz in der Personzentrierten und Experientiellen Psychotherapie

Achtsamkeit und Akzeptanz sind Schlüsselbegriffe der Personzentrierten Experientiellen Psychotherapie und des Focusing. Im vorliegenden Artikel wird die Thematik unter drei Fragestellungen behandelt: Wie handelt die TherapeutIn in der PEPT achtsam und akzeptierend (Aspekt der Therapeutenvariablen)? Wie regt die TherapeutIn die KlientIn an, achtsam und akzeptierend ihrer eigenen Person gegenüber zu sein (Aspekt der Klientenvariablen)? Wie kann die KlientIn einen achtsamen und akzeptierenden Umgang mit sich selbst erlernen (Aspekt der Selbsthilfe durch Focusing)? Es werden die therapeutischen Kernvariablen (unbedingte positive Wertschätzung, Empathie und Kongruenz) unter Hervorhebung der unbedingten positiven Wertschätzung dargestellt. Die seit den 80er Jahren diskutierte Variable Präsenz wird als Basisvariable verstanden und beschrieben.

Durch Eugene Gendlin, dem Nachfolger von Carl Rogers, wurde in der PPT eine Umorientierung vollzogen: Die Aufmerksamkeit der TherapeutIn richtet sich weniger auf Gefühlsäußerungen und Meinungen der Person, sondern das körperlich Gespürte, aber noch Unklare rückt in den Mittelpunkt und wird als Ursprung von Veränderungsprozessen gesehen. Dadurch kommt es zu einer Präzisierung der therapeutischen Interventionen: Die TherapeutIn soll sich auf den Felt Sense beziehen. Der Bezug auf dieses gegenwärtig körperlich gespürte aber noch nicht klare innere Erleben (Experiencing) führt zu einer gravierenden Änderung im Konzept der PPT: der Disidentifikation bzw. dem Aufbau einer konstruktiven inneren Beziehung. Im Focusing, das KlientInnen in die Lage versetzt, die Kernvariablen der PEPT auf ihre eigene Person anzuwenden und einen konstruktiven inneren Erlebens- und Veränderungsprozess eigenständig zu initiieren, werden diese Änderungen in komprimierter Form zusammengefasst.

Zum Thema "Achtsamkeit und Akzeptanz im Personzentrierten Konzept" werden Aussagen von Rogers selbst, vor allem aber die von Gendlin und jüngeren Autoren wie Greenberg, Hendrix, Iberg und Moore herangezogen. Am Beispiel des japanischen Gesprächstherapeuten Kuno wird ein Vergleich zwischen PEPT und Buddhismus gezogen. In der Diskussion werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Konzepte gegenübergestellt. Dabei wird auf die Theorie von Thich Nhat Hanh und Kabat-Zinn eingegangen und mit Aussagen von Rogers und Gendlin verglichen.