Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

Qualitätsmanagement

Die GwG vermittelt
  • bundesweit Berater/innen für psychosoziale Bereiche, für Fragestellungen in Organisationen und Verwaltungen (Listen nach Regionen gegliedert), Unternehmen, Schulen sowie Erwachsenenpädagogen/innen und Supervisoren/innen
  • Fachvorträge, Experten/innen, Referenten/innen zu psychosozialen Themen, Psychotherapie und Beratungsthemen sowie Fortbildungen
  • Supervisoren/innen und Ausbilder/innen, Dozenten/innen und Lehrtherapeuten/innen für Psychotherapie und Beratung
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Da die GwG als Organisation keine Dienstleistungen für Endkunden anbietet, ist es vielmehr ihre Aufgabe, ihre Mitglieder durch ein differenziertes Fort- und Weiterbildungsangebot zu befähigen, therapeutische oder beraterische Dienstleistungen auf Basis eines humanistischen Menschenbildes zu erbringen.

Die Bemühungen zum Qualitätsmanagement fokussieren daher nicht auf die Qualitätsdimensionen der Struktur- oder Ergebnisqualität, sondern betonen die Qualitätsmerkmale der Fort- und Weiterbildungsprozesse.

Die Verbindlichkeit kommt in entsprechenden Richtlinien zum Ausdruck. Dies sind insbesondere:

  • standardisierte Weiterbildungsrichtlinien
  • standardisierte Zertifizierungsrichtlinien
  • standardisierte Qualifikationsrichtlinien für Ausbilder/innen

Im Folgenden werden die Standards der jeweiligen Ebenen beschrieben. Die Standards werden von einem von der Delegiertenversammlung der GwG eingesetzten Ausschuss kontrolliert und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Der Ausschuss setzt sich aus Ausbilder/innen und Praktikern zusammen.

Professionelles personzentriertes Handeln bedeutet einen besonders verantwortlichen Umgang mit Menschen, mit der beruflichen Aufgabe und mit der eigenen Person. Die GwG hat aus diesem Grund seit längerem ethische Richtlinien verabschiedet.

Die Mitglieder der GwG tragen dafür Verantwortung, sich selbst mit ethischen Fragen auseinanderzusetzen und die Auseinandersetzung mit diesem Thema in den Institutionen zu fördern und zu unterstützen, in denen sie tätig sind. Sie sind verpflichtet, die ethische Richtlinien einzuhalten.

Die ethischen Richtlinien der GwG dienen

  • dem Schutz von Klientinnen und Klienten vor unverantwortlicher Anwendung der klientenzentrierten Psychotherapie und Personzentrierten Beratung durch alle therapeutisch, beraterisch und in der Ausbildung tätigen Mitglieder des Verbandes
  • der Handlungsorientierung für die Mitglieder des Verbandes
  • der Information der Öffentlichkeit über berufsethische Standards, denen die Mitglieder des Verbandes verpflichtet sind
  • als Grundlage für die Abklärung und Handhabung von Beschwerden.

Darüber hinaus werden Zertifikatsinhaber/innen verpflichtet, sich regelmäßig im Rahmen von kollegialen Arbeitsgruppen über ihre Tätigkeit als Berater/in auszutauschen und damit Selbstevaluierungsprozessen zu initiieren und aufrecht zu erhalten.

Ebene der Weiterbildung

GwG-Weiterbildungen werden nach den Standards durchgeführt, die von der Delegiertenversammlung der GwG verabschiedet wurden..

Ebene der Zertifizierung

Die Zertifikate werden vom Vorstand der GwG erteilt. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Der/Die Antragsteller/-in muss Mitglied der GwG sein.
  • Nachweise über die vollständig absolvierte Weiterbildung müssen vorliegen.
  • Die schriftliche Beurteilung der Ausbilder/-innen muss vorliegen.

Die Erteilung und Annahme des Zertifikats verpflichtet zur fortlaufenden kollegialen Supervision im Rahmen einer Regionalen Arbeitsgruppe (RAG) der GwG. Wird der Supervisionsverpflichtung nicht entsprochen, verliert das Zertifikat die Gültigkeit.

 

Qualifikation der Ausbilder/innen

GwG-Weiterbildungen werden in der Regel von Personen durchgeführt, die ein Ausbilderzertifikat der GwG für diese Weiterbildung besitzen.

Um Ausbilder/in der GwG zu werben, muss eine umfangreiche Ausbilder/innen-Ausbildung durchlaufen werden. Die Ausbilder/innen-Ausbildung setzt sich aus den folgenden Modulen zusammen:

1. Angeleitete Durchführung von Weiterbildungsabschnitten

Während der Teilnahme an einem Weiterbildungskurs in einem Umfang von mindestens 150 Ausbildungsstunden führt der/die Ausbildungskandidat/in in Anwesenheit einer Ausbilder/in eigenständig Ausbildungseinheiten durch, die abwechselnd Vorträge zur personzentrierten Theorie, Durchführung von praktischen Übungen, von Supervision und Durchführung von Selbsterfahrungseinheiten beinhalten.

2. Selbständige Durchführung von Weiterbildungsabschnitten

Ziel des Moduls 2 ist es, dem/der Ausbildungskandidat/in zu ermöglichen, Erfahrungen in der selbständigen Durchführung von Weiterbildung in Personzentrierter Beratung (Grundstufe) – mit begleitender Supervision (siehe Modul 5) zu sammeln.

3. Ausbilderseminar

Dieser Ausbildungsteil beinhaltet mind. ein Seminar und ermöglicht eine Erweiterung und Vertiefung der zu erwerbenden Kompetenzen in Theorie und Praxis.

4. Aktive Integration in die GwG

Ziel der verpflichtenden Teilnahme am jährlichen Verbandstag der GwG ist es, den Ausbildungskandidaten/innen zu ermöglichen, sich in das Verbandsgeschehen zu integrieren und sich vertieft mit der neuen Berufsrolle als Ausbilder/-in der GwG zu identifizieren. Im Rahmen kollegialer Treffen erhalten die Ausbildungskandidaten/innen die Möglichkeit, sich über ihre Ausbildungserfahrungen auszutauschen und sich mit anderen GwG-Ausbilder/-innen zu vernetzen. Dieses Treffen wird von einem Ausbilder begleitet.

5. Begleitende Supervision

Ziel der begleitenden Supervision (mind. 30 Std.) ist es in erster Linie, die Teilnehmenden bei der Reflektion ihres persönlichen Lern- und Entwicklungsprozesses als Ausbilder/-in professionell zu begleiten:

 

Um zu gewährleisten, dass die Ausbilder/innen der GwG sich in einem permanenten Prozess über Weiterentwicklungen informieren bzw. austauschen, sind alle Ausbilder/innen verpflichtet, sich in Ausbilderplenen zusammenzuschliessen. Ausbilderplenen sind der Zusammenschluss von Ausbilder/innen einer Region. Die Plenen treffen sich mindestens einmal vierteljährlich. Aufgaben der Ausbilderplenen sind insbesondere die gemeinsame Fortbildung, die Diskussion von Ausbildungsinhalten, Supervision von Ausbildungstätigkeit und Besprechung organisatorischer Fragen von Ausbildung.

Alle Ausbilder/innen der GwG unterzeichnen vor ihrer Tätigkeit die folgende Verpflichtungserklärung:

1. Ich verpflichte mich, die von mir geleiteten Weiterbildungskurse im Rahmen der Weiterbildung der GwG und gemäß den gültigen Richtlinien und Durchführungsbestimmungen der GwG durchzuführen.

2. Ich verpflichte mich, die von mir verantwortlich geleiteten Weiterbildungskurse vor Beginn des jeweiligen Kurses der Bundesgeschäftsstelle der GwG auf dem hierzu konzipierten Formblatt mit allen darin gewünschten Angaben anzumelden sowie die pauschale Kursabgabe zu entrichten. Ich werde die Kurse gemäß diesen Angaben durchführen und sie entsprechend den Richtlinien und Durchführungsbestimmungen ordnungsgemäß abschließen.

3. Ich verpflichte mich, dass TeilnehmerInnen des von mir durchgeführten Weiterbildungskurses die Möglichkeit erhalten, den vollständigen Weiterbildungsgang zu absolvieren.

4. Ich erkenne an, dass die Arbeit als AusbilderIn der GwG nur bei weiterer methodisch-didaktischer und fachspezifischer Fortbildung - insbesondere in den Bereichen Theorie und Praxis des klientenzentrierten Konzeptes und seiner Weiterentwicklung - fachgerecht geleistet werden kann und verpflichte mich zur Fortbildung in den genannten Schwerpunkten.

5. Ich verpflichte mich, folgende berufsethische Grundsätze anzuerkennen und zu befolgen:

  • KursteilnehmerInnen und AusbilderInnen dürfen miteinander weder in einem beruflichen noch privaten Abhängigkeitsverhältnis stehen (d. h. z. B. weder verwandt, befreundet, untergeben, vorgesetzt usw. sein).
  • Es dürfen keine sexuellen Beziehungen zwischen KursteilnehmerInnen und AusbilderInnen während der Zeit der Ausbildung gepflegt werden.
  • AusbilderInnen dürfen KursteilnehmerInnen, die mit ihnen einen Weiterbildungsvertrag haben, nicht gleichzeitig eine eigene Einzeltherapie (Lehrtherapie) anbieten.
  • AusbilderInnen stehen unter Schweigepflicht, die z. B. zu Supervisionszwecken nur mit Einverständnis der KursteilnehmerInnen aufgehoben werden kann.
  • Diese berufsethischen Grundsätze gelten analog für das Verhältnis Ausbilder-Ausbildungskandidat/in zu KursteilnehmerInnen.

6. Ich erkenne an, dass die Verpflichtungserklärung für AusbilderInnen analog dem Verhältnis AusbilderInnen und KursteilnehmerInnen auch für das Verhältnis von Betreuendem/r AusbilderIn zu Ausbilder-Ausbildungskandidaten gilt.

7. Wird meine Qualifikation als AusbilderIn in Zweifel gezogen, so werde ich zur Klärung des Sachverhaltes die GwG oder eine vom Vorstand der GwG eingesetzte Schlichtungsinstanz aktiv unterstützen.

Vernetzung
 

Die GwG

  • hat ein bundesweites Netzwerk (Regionalgruppen und Internet) aufgebaut, in dem Sie sich als GwG-Mitglied mit Kollegen/innen fachlich und persönlich austauschen können. Hierbei werden alle Berufsgruppen berücksichtigt (im Wesentlichen sind dies Arbeitnehmer/innen und Selbstständige in den unterschiedlichen Bereichen von Psychologie, Psychotherapie und Medizin, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Pädagogik, Politik, Wirtschaft und Theologie sowie Studenten/innen)
  • bietet Mitgliedern auf der Internetseite die Möglichkeit, eigene Bildungsangebote zu platzieren und abzurufen
  • koordiniert Angebot und Nachfrage nach psychologischen und psychotherapeutischen Dienstleistungen sowohl im Bereich der individuellen Nachfrage als auch in Universitäten, Verbänden, Unternehmen, Verwaltungen