Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V.

Coaching

Personzentriertes Coaching ist eine Form der Beratung und findet heute in vielen Bereichen des Arbeitslebens statt – von Verwaltung über Bildung und Gesundheitswesen bis hin zu Wirtschaft und Industrie. Unter Anwendung der humanistischen Werte Carl Rogers‘ zielt Coaching vor allem darauf ab, berufliche Prozesse zu begleiten und nachhaltig zu fördern. Dabei stehen die zu beratenden Personen (= Coachees), ihre beruflichen Erfahrungen und Empfindungen sowie ihr Entwicklungspotenzial im Mittelpunkt. Der Coach unterstützt seinen Coachee darin, aus sich heraus tragfähige und effektive Lösungen zu entwickeln. Diese Erfahrung stärkt das Selbstwertgefühl und macht sich auch in anderen Lebensbereichen positiv bemerkbar. Respekt und Wertschätzung sich und anderen gegenüber sind weitere Kernthemen des Coachings – mit bemerkenswerten Auswirkungen: auf die Sozialkompetenz, die Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren.

 

Coaching als personzentriertes Beziehungsangebot

Spezifisch für personzentriertes Coaching ist, dass das persönliche Erleben und das Anliegen der Coachingklienten zum Mittelpunkt des Prozesses steht. Durch die echte, wertschätzende und empathische Grundhaltung, mit der der/die Coach mit den Coachingklienten in Beziehung tritt, entsteht ein Klima, in dem diese auch schwierige Reflexions-, Klärungs- und Veränderungsschritte gehen können. Personzentriertes Coaching unterstützt also das persönliche Wachstum des Einzelnen, der Gruppe oder des Teams entlang beruflicher Themen. Es fördert die Kongruenz im Beruf und klärt die Möglichkeiten beruflichen Handelns in den institutionellen Strukturen in Übereinstimmung mit dem beruflichen Auftrag und der eigenen Berufsrolle. Die Coachingklienten erleben dabei Kongruenz zwischen dem eigenen Erleben, dem eigenen Selbstkonzept, der beruflichen Aufgabe und der eigenen Berufsrolle. Dies führt sie auch an ihre Potenziale zur Entwicklung angemessener Lösungen.

Die vom Coach und von den Klienten wechselseitig erlebten Beziehungsqualitäten und die Art, wie Klienten in Kontakt mit ihrem Erleben sind bzw. sein können, wurden von Carl Rogers schon früh als entscheidende Wirkfaktoren für Veränderung betrachtet. Das Relevanteste ist dabei, dass das personzentrierte Beziehungsangebot eines Coachs eine verinnerlichte Einstellungsqualität in seinem Selbstkonzept sein muss. Bedeutsam ist des Weiteren, dass es ein Beziehungsangebot ist. Erst wenn Coachingklienten dieses wahrnehmen und es organismisch-kognitiv-emotional-sozial erfahren, kann sich potenziell eine beratungs-psychologische Beziehung entwickeln, was Rogers als die entscheidende Bedingung darlegte.

Der „Wirkfaktor Beziehung“ im Coaching wurde in den letzten Jahren von verschiedenen Forschungsprojekten bestätigt. Zum Beispiel 2014 in der „Greatest Ever Executive Coaching Outcome Study“ von De Haan und Mannhardt. Zentrales Ergebnis der Studie mit rund 4.000 Teilnehmenden war: Weniger Methoden, sondern insbesondere die Qualität der Beziehung zwischen Coach und Klient seien für den Coaching-Erfolg von maßgeblicher Bedeutung (vgl. Coaching-Magazin 4/2014). Dieses Ergebnis entspricht der Auffassung vieler Personzentrierter Coaches. Dorothea Kunze hat das in ihrem Beitrag „Personzentriertes Coaching: Veränderung durch Beziehung“ für das Coaching-Magazin (vgl. Coaching-Magazin 1/2016) umfassend erläutert. Sie führt darin aus, dass nach personzentrierter Auffassung nicht die verwendeten Methoden die zentrale Bedeutung für erfolgreiche Coachingprozesse darstellen, sondern vor allem „eine tragfähige und Selbstempathie fördernde Beziehung“. Bestätigung erfährt diese Aussage aktuell durch neue Erkenntnisse aus der Coaching-Forschung, die Marc Lindart in aktuellen Ausgaben des Coaching-Magazins publiziert hat. Demnach ist die Auswahl von Methoden und Techniken für die Wirksamkeit von Coaching weniger entscheidend. Vielmehr sind es eher „grundlegende Faktoren“ wie eine wertschätzende Beziehungsgestaltung, die Coaching wirksam machen (vgl. Coaching-Magazin 1/2017).

 

Auch hier qualifizieren wir Personzentrierte Coaches in Weiterbildungen.